Die geologischen Kontraste im Wittener Stadtgebiet sind beachtlich. Während die Tallagen entlang der Ruhr von Auenlehm und sandigen Kiesen geprägt sind, steigen die Hänge im Süden, etwa in Richtung Herbede, steil an und sind von verwittertem Ruhrsandstein und den Schichten des flözleeren Oberkarbons durchzogen. Diese Unterschiede machen jede Böschungsstabilitätsanalyse in Witten zu einer individuellen Aufgabe, bei der man nicht einfach ein Standardschema anwenden kann. Die Hangneigungen erreichen hier oft kritische Winkel, und der jahrhundertealte Bergbau hat zusätzlich Spuren im Untergrund hinterlassen. Wer in Witten eine dauerhafte Böschung oder einen tiefen Einschnitt plant, kommt um eine detaillierte Untersuchung der Scherparameter und Wasserführung nicht herum. In unserer Erfahrung lohnt es sich, frühzeitig eine Korngrößenanalyse mit einer direkten Erkundung zu kombinieren, um die Verwitterungsgrade des Sandsteins richtig einzuschätzen, bevor die Standsicherheitsberechnung beginnt.
In Hanglagen des Ruhrsandsteins entscheidet die Restscherfestigkeit, nicht die Gesteinsdruckfestigkeit, über die langfristige Sicherheit der Böschung.
