Zwischen den Lösslehmkuppen von Annen und den Auenböden im Ruhrtal liegen geotechnisch Welten – und genau das spürt man, wenn in Witten eine starre Fahrbahn bemessen werden soll. Während man in Herbede auf teils steifen, vorbelasteten Tonmergeln aufsetzt, hat man es in der Innenstadt oder in Richtung Bommern oft mit Auffüllungen und wechselnden Grundwasserständen zu tun. Die Bemessung starrer Fahrbahnen ist hier kein Tabellenwert-Ansatz, sondern verlangt eine echte Auseinandersetzung mit dem Baugrund, denn eine Betonplatte reagiert empfindlich auf ungleichmäßige Setzungen. In Witten mit seinen rund 96.000 Einwohnern und der historisch gewachsenen Industrieinfrastruktur sind die Untergrundverhältnisse oft heterogener, als es der erste Blick auf das Baufeld vermuten lässt. Wer die Platte richtig dimensioniert, spart sich langfristig Fugenrisse und Pumping-Effekte, die bei den typischen Niederschlagsmengen im mittleren Ruhrgebiet schnell zum Dauerproblem werden.
Eine starre Fahrbahn, die ohne Plattendruckversuch auf dem Planum bemessen wurde, rechnen wir in Witten nach spätestens vier Wintern mit ersten strukturellen Rissen.
