In Witten entscheidet der Baugrund oft über die Machbarkeit eines Projekts. Die Stadt liegt am Übergang des Rheinischen Schiefergebirges zur Westfälischen Bucht, was zu stark wechselnden Untergrundverhältnissen führt. Während die Hanglagen von verwittertem Ruhrsandstein und Tonmergel des Oberkarbon geprägt sind, findet man in den Tälern der Ruhr oft mächtige Auenlehme und organische Weichschichten. Eine Pfahlgründungsbemessung nach EC7-1 (EN 1997-1:2004) und DIN 1054:2015 ist hier nicht nur eine rechnerische Übung, sondern eine ingenieurtechnische Notwendigkeit. In den weichen Talfüllungen reichen flache Fundamente oft nicht aus, und erst die Kombination aus Baugrunderkundung und präziser Pfahlbemessung liefert die Sicherheit, die das Bauordnungsamt verlangt. Ergänzend zur Baugrunduntersuchung ziehen wir bei Bedarf eine Korngrößenanalyse heran, um die Bettungsziffer und die Mantelreibung in bindigen Schichten genauer zu fassen.
Die Tragfähigkeit eines Pfahls in Witten hängt weniger von der Pfahlgeometrie ab als von der richtigen Ansprache der Verwitterungszone des Ruhrsandsteins.
