Auf einer Baustelle am Rande des Ruhrtals in Witten-Bommern wurde eine Baugrube mit einem Wechsellager aus verwittertem Ruhrsandstein und quartären Hanglehmen ausgehoben. Beim Wiedereinbau des Aushubs für die Hinterfüllung einer Stützmauer ließen sich ohne definierte Verdichtungswerte keine gleichmäßigen Lagen herstellen. Der Boden reagierte je nach Wassergehalt völlig unterschiedlich auf die Verdichtungsenergie: mal zu trocken und brüchig, dann plötzlich matschig und kaum tragfähig. Genau hier setzt der Proctor-Versuch an. Er bestimmt im Labor die Abhängigkeit der Trockendichte vom Wassergehalt und liefert mit der Proctordichte und dem optimalen Wassergehalt die Sollwerte, die auf der Baustelle als Referenz für den Verdichtungsgrad nach ZTV E-StB oder RIL 836 benötigt werden. Ohne diese Kennwerte ist eine qualifizierte Eigenüberwachung im Erdbau in Witten nicht möglich, und die Abnahme durch das zuständige Prüfinstitut scheitert an fehlenden Bezugsgrößen. Unsere Proctor-Versuche werden mit dem für die Einbausituation passenden Verfahren – Normal- oder Modifiziert-Versuch – an bindigen und gemischtkörnigen Böden durchgeführt, damit die Ausschreibungswerte für DPr erreicht werden können.
Die Proctordichte ist kein absoluter Bodenkennwert, sondern eine Funktion der Verdichtungsarbeit – mit der falschen Energie wird aus demselben Boden eine komplett andere Referenz.
