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WITTEN
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Proctor-Versuch in Witten: Normgerechte Verdichtungskontrolle für Baugrund und Erdbau

Baugrundgutachten, auf die Sie bauen können.

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Auf einer Baustelle am Rande des Ruhrtals in Witten-Bommern wurde eine Baugrube mit einem Wechsellager aus verwittertem Ruhrsandstein und quartären Hanglehmen ausgehoben. Beim Wiedereinbau des Aushubs für die Hinterfüllung einer Stützmauer ließen sich ohne definierte Verdichtungswerte keine gleichmäßigen Lagen herstellen. Der Boden reagierte je nach Wassergehalt völlig unterschiedlich auf die Verdichtungsenergie: mal zu trocken und brüchig, dann plötzlich matschig und kaum tragfähig. Genau hier setzt der Proctor-Versuch an. Er bestimmt im Labor die Abhängigkeit der Trockendichte vom Wassergehalt und liefert mit der Proctordichte und dem optimalen Wassergehalt die Sollwerte, die auf der Baustelle als Referenz für den Verdichtungsgrad nach ZTV E-StB oder RIL 836 benötigt werden. Ohne diese Kennwerte ist eine qualifizierte Eigenüberwachung im Erdbau in Witten nicht möglich, und die Abnahme durch das zuständige Prüfinstitut scheitert an fehlenden Bezugsgrößen. Unsere Proctor-Versuche werden mit dem für die Einbausituation passenden Verfahren – Normal- oder Modifiziert-Versuch – an bindigen und gemischtkörnigen Böden durchgeführt, damit die Ausschreibungswerte für DPr erreicht werden können.

Die Proctordichte ist kein absoluter Bodenkennwert, sondern eine Funktion der Verdichtungsarbeit – mit der falschen Energie wird aus demselben Boden eine komplett andere Referenz.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

In Witten treffen wir regelmäßig auf zwei gegensätzliche geologische Situationen: die steifen bis halbfesten Lösslehme der Hellwegzone nördlich der Ruhr und die sandig-kiesigen Flussterrassen in den südlichen Stadtteilen wie Herbede. Bei den Lehmen bestimmen wir die Proctorkurve oft im Normal-Versuch mit kleinem Topf, weil die Kornobergrenze bei 5 mm liegt und das Material stark wasserempfindlich ist. Der optimale Wassergehalt pendelt hier meist zwischen 16 und 21 Prozent; eine Abweichung von nur zwei Prozent nach oben bedeutet einen Dichteverlust von über 0,1 g/cm³. Die sandigen Terrassenkiese aus der Niederterrasse der Ruhr hingegen sind deutlich unempfindlicher gegen Wassergehaltsschwankungen, erreichen aber ihre Höchstdichte nur im Modifiziert-Versuch mit der schwereren Schlagplatte. Für Tragschichten ohne Bindemittel nach TL SoB-StB ist der Modifiziert-Versuch ohnehin vorgeschrieben und wird von uns mit der 4,5 kg-Ramme und der 45 cm Fallhöhe gefahren. Beide Varianten – Normal- und Modifiziert-Versuch – sind bei uns als eigenständige Prüfungen buchbar, und wir empfehlen vorab eine Korngrößenanalyse zur Festlegung des richtigen Topfdurchmessers, was bei kiesigen Böden mit Überkorn schnell relevant wird.
Proctor-Versuch in Witten: Normgerechte Verdichtungskontrolle für Baugrund und Erdbau
Technische Referenz — Witten

Lokale Besonderheiten

Die ZTV E-StB 17 verlangt für jede Verdichtungslage einen nachgewiesenen Verdichtungsgrad DPr von mindestens 97 % im Regelbereich – bezogen auf die Proctordichte aus dem Labor. In Witten, wo auf vielen innerstädtischen Baustellen nur ein einziges Hautwerk Aushub für die Wiederverfüllung zur Verfügung steht, wird dieser Sollwert bei wechselhaftem Wetter schnell zum Problem. Der Boden wird zu nass angeliefert, die Walze hinterlässt tiefe Abdrücke, der Einbau muss gestoppt werden. Wird dann auf Verdacht weitergearbeitet, entstehen Setzungen in der späteren Bodenplatte, die sich durch Risse im Estrich bemerkbar machen. Ein weiterer kritischer Punkt ist die Wahl der falschen Versuchsenergie: Wer einen bindigen Verwitterungslehm aus dem Oberkarbon nach Modifiziert-Proctor prüft, erhält eine künstlich überhöhte Referenzdichte, die im Feld mit den verfügbaren Walzen nie erreichbar ist. Die Folge ist eine formal schlechte Verdichtungsleistung, obwohl praktisch einwandfrei gearbeitet wurde. Wir legen daher großen Wert auf die korrekte Zuordnung des Proctor-Verfahrens zum Einbauverfahren und zur geotechnischen Kategorie des Bauwerks.

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Geltende Normen

DIN 18127:2012-09 – Proctor-Versuch, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen Erdbau, TL SoB-StB 20 – Technische Lieferbedingungen für Baustoffgemische ohne Bindemittel, RIL 836 – Richtlinie für Erdbauwerke (DB Netz AG), DIN EN 13286-2 – Ungebundene und hydraulisch gebundene Gemische (Prüfverfahren)

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
VersuchsdurchführungDIN 18127:2012-09, Normal- oder Modifiziert-Versuch
Verdichtungsarbeit Normalca. 0,6 MNm/m³ (2,5 kg / 30 cm Fallhöhe)
Verdichtungsarbeit Modifiziertca. 2,7 MNm/m³ (4,5 kg / 45 cm Fallhöhe)
Topfgrößen100 mm (max. Korn 5 mm), 150 mm (max. Korn 31,5 mm)
ErgebnisgrößenProctordichte ρPr [g/cm³], optimaler Wassergehalt wopt [%]
PrüfberichtKurve, Dichtewerte, Anwendungsdiagramm für Feldversuch
Typische Böden in WittenLösslehm, Hanglehm, Ruhrterrassenkies, Schotter-Sand-Gemische
FeldprüfungKombination mit Sandkegel- oder Densitometer-Messung für DPr

Häufige Fragen

Was kostet ein Proctor-Versuch nach DIN 18127 in Witten?

Für einen einfachen Proctor-Versuch (Normal oder Modifiziert) liegen die Kosten je nach Probenanzahl und Aufbereitungsaufwand zwischen 100 € und 200 € netto. Bei stark kiesigen Böden mit Überkorn oder wenn der optimale Wassergehalt über eine Mehrpunktkurve ermittelt werden muss, kann der Aufwand höher sein. Wir erstellen auf Basis Ihrer Baustellendaten ein Festpreisangebot.

Wann wird der Normal-Versuch und wann der Modifiziert-Versuch angewendet?

Der Normal-Versuch (2,5 kg / 30 cm) entspricht der Verdichtungsarbeit leichter bis mittelschwerer Baustellenwalzen und ist das Standardverfahren für bindige Böden, Dämme und Verfüllungen. Der Modifiziert-Versuch (4,5 kg / 45 cm) simuliert schwere Vibrationswalzen und kommt bei Tragschichten ohne Bindemittel, Schotteroberbau und hochverdichteten Hinterfüllungen zum Einsatz. Die Entscheidung hängt von der ZTV-Vorgabe und dem Einbaugerät ab.

Wie viele Probekörper sind für eine vollständige Proctorkurve nötig?

Eine verwertbare Proctorkurve erfordert mindestens fünf Einzelversuche mit unterschiedlichen Wassergehalten, um das Maximum der Trockendichte und den optimalen Wassergehalt sicher abzuleiten. Bei gleichartigen Böden aus einem homogenen Aushub kann in Absprache mit dem Prüfingenieur auch ein reduzierter Einpunktversuch genügen, wenn Vorerfahrungswerte aus demselben Baufeld vorliegen.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Witten und seinem Großraum.

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