Das hügelige Gelände Wittens, geprägt vom engen Ruhrtal und den überformten Zechenstandorten, stellt Planer vor eine unangenehme Wahrheit: Der Baugrund wechselt hier oft alle paar Meter seinen Charakter. Verwitterte Tonschiefer aus dem Karbon liegen direkt neben aufgefüllten Kiesbänken der Ruhr, und die Niederschläge von durchschnittlich 900 mm pro Jahr sorgen für eine ganzjährig hohe Bodenfeuchte. In dieser geologischen Gemengelage ist eine sauber angelegte Schürfgrube das einzige Instrument, das einen ungefilterten Blick in den Untergrund erlaubt. Sie sehen die Schichtung, riechen den organischen Anteil und spüren die Konsistenz – keine indirekte Sonde liefert diese visuelle Sicherheit. Um das Bild abzurunden, kombinieren wir die Grubenaufnahme mit einer Korngrößenanalyse, damit die Sieblinie nicht nach Gefühl geschätzt, sondern nach DIN EN ISO 17892-4 bestimmt wird.
Ein Meter Grubentiefe in Witten ersetzt zehn Vermutungen: Die Schürfgrube ist die ehrlichste Form der Baugrunderkundung.
