GEOTECHNIK
WITTEN
StartseiteIn-Situ-PrüfungenFelddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon)

Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Witten: Geotechnische Kennwerte für Versickerung und Abdichtung

Baugrundgutachten, auf die Sie bauen können.

MEHR ERFAHREN

Die Bestimmung der Wasserdurchlässigkeit im Untergrund erfordert in Witten eine sorgfältige Auswahl der Versuchsmethodik. Während der Lefranc-Versuch mit einer flexiblen Gummi-Packerkonstruktion arbeitet, die im Bohrloch hydraulisch verspannt wird, setzt der Lugeon-Test auf einen Doppelpacker, der einzelne Kluftabschnitte im Fels isoliert. Beide Verfahren werden direkt am Bohrpunkt durchgeführt und liefern den kf-Wert, der für die Dimensionierung von Versickerungsanlagen, die Planung von Wasserhaltungen oder die Abdichtung von Bauwerken unverzichtbar ist. In den heterogenen Quartärablagerungen des Wittener Stadtgebiets, die von der Ruhr und ihren Nebenbächen geprägt wurden, ist die In-situ-Messung oft aussagekräftiger als Laborversuche an gestörten Proben, da das natürliche Gefüge und die Klüftung erhalten bleiben. Ergänzend zur Durchlässigkeitsmessung kann ein CPT-Versuch die Schichtenabfolge im Profil präzise auflösen, während Bohrungen mit SPT die Lagerungsdichte der rolligen Horizonte erfassen.

Der Lefranc-Versuch misst den kf-Wert im Lockergestein in situ – entscheidend für jede Versickerungsplanung im Ruhrgebiet.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

Die industrielle Entwicklung Wittens entlang der Ruhr hat ein geotechnisch anspruchsvolles Erbe hinterlassen. Künstliche Auffüllungen, verfüllte Altbergbau-Schächte und die natürlichen Auelehmbänder erzeugen eine kleinräumig wechselnde Durchlässigkeit, die für Bauvorhaben wie das neue Quartier an der Husemannstraße oder Gewerbebauten in Herbede eine zielgenaue Erkundung verlangt. Das Versuchsprogramm unterscheidet zwischen dem Lefranc-Verfahren mit konstanter oder fallender Druckhöhe in Lockergesteinen und dem Lugeon-Test im Festgestein, bei dem der Wasserdruck schrittweise erhöht wird, um das hydraulische Verhalten des Kluftsystems zu charakterisieren. Die Auswertung erfolgt nach den Randbedingungen des ungespannten oder gespannten Grundwasserleiters und liefert einen integralen kf-Wert für den geprüften Abschnitt. Bei komplexen Schichtfolgen, die in Richtung der Ruhrhänge anstehen, kann die Kombination mit einer Korngrößenanalyse helfen, die Messwerte anhand der Kornverteilungskurve zu plausibilisieren und das hydraulische Modell abzusichern.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Witten: Geotechnische Kennwerte für Versickerung und Abdichtung
Technische Referenz — Witten

Lokale Besonderheiten

Die geologischen Verhältnisse zwischen der Wittener Innenstadt und den südlichen Ruhrauen unterscheiden sich fundamental. Im Bereich Bommern dominieren sandig-kiesige Terrassenablagerungen mit hoher Durchlässigkeit, während in Annen bindige Verwitterungslehme über dem Karbon anstehen, die kaum nennenswerte Sickerraten zulassen. Wird ein Versickerungsbecken auf Basis geschätzter Tabellenwerte geplant, drohen in den Auenbereichen unerwartete Vernässungen oder in den Hanglagen ein Rückstau, der die Standsicherheit von Böschungen gefährdet. Der Felddurchlässigkeitsversuch eliminiert diese Unsicherheit, indem er den kf-Wert direkt am Einbauort ermittelt. Besonders kritisch ist die Situation bei Bauwerken mit Untergeschoss, die in den Grundwasserschwankungsbereich hineinragen: Ein zu optimistisch angesetzter kf-Wert führt zu unterdimensionierten Dränagen und kostspieligen Sanierungen im Bestand.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: kontakt@geotechnik.sbs

Geltende Normen

DIN EN ISO 22282-2:2012 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Feldversuche – Wasserdurchlässigkeitsversuche in Bohrlöchern, DIN 18300:2019 – VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) – Erdarbeiten, DWA-A 138 – Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser, Empfehlungen des Arbeitskreises Baugruben (EAB) – Kapitel Wasserhaltung

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
Versuchstyp LockergesteinLefranc (konstante/fallende Druckhöhe)
Versuchstyp FestgesteinLugeon (5 Druckstufen nach Houlsby)
Normative GrundlageDIN EN ISO 22282-2:2012, DIN 18300
Prüfintervall0,5 m bis 5,0 m im Lockergestein; Kluftbereich im Fels
MessgrößeDurchlässigkeitsbeiwert kf [m/s]
BohrverfahrenRotationskernbohrung oder Rammkernbohrung ohne Spülung
Geeignet fürVersickerung, Wasserhaltung, Tunnelbau, Dichtwände

Häufige Fragen

Wann wird in Witten ein Lefranc- statt eines Lugeon-Versuchs durchgeführt?

Die Entscheidung hängt vom Baugrund ab. In den quartären Lockergesteinen der Ruhraue und der Niederterrassen, wie sie in Witten-Mitte und Herbede vorkommen, setzen wir den Lefranc-Versuch ein. Sobald das Bohrloch den karbonischen Festgesteinshorizont erreicht – typischerweise Sandsteine und Tonsteine des flözführenden Oberkarbons –, wechseln wir auf den Lugeon-Test mit Doppelpacker, um die Durchlässigkeit einzelner Klüfte gezielt zu prüfen.

Welche Normen gelten für Felddurchlässigkeitsversuche?

Die Durchführung folgt der DIN EN ISO 22282-2:2012, die Versuchsaufbau, Messprinzip und Auswertung für Lockergestein und Fels regelt. Ergänzend ziehen wir die DWA-A 138 für die Bemessung von Versickerungsanlagen heran sowie die EAB-Empfehlungen für die Dimensionierung von Wasserhaltungen im Baugrubenbereich.

Was kostet ein Lefranc- oder Lugeon-Versuch in Witten?

Die Kosten für einen Felddurchlässigkeitsversuch liegen im Raum Witten üblicherweise zwischen €610 und €960, abhängig von der Versuchstiefe, der Anzahl der Prüfintervalle und dem erforderlichen Bohrverfahren. Eine tiefere Felsbohrung mit mehreren Lugeon-Stufen liegt am oberen Ende des Spektrums.

Wie viele Versuchsintervalle sind für ein Versickerungsgutachten nötig?

Das DWA-A 138 empfiehlt mindestens einen Versuch pro anstehender Bodenschicht im Bereich der geplanten Versickerungssohle. Bei heterogenen Wittener Standorten mit wechselnden Auelehm- und Kieslinsen sind oft drei bis fünf Intervalle über die Tiefe verteilt erforderlich, um ein statistisch belastbares kf-Mittel für die Dimensionierung zu erhalten.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Witten und seinem Großraum.

Größere Karte ansehen