Witten hat eine lange Bergbau- und Industriegeschichte – unter dem Stadtgebiet liegen stillgelegte Stollen, Aufschüttungen und teils verwilderte Steinbrüche. Das Ruhrsandstein-Gebirge, das den Untergrund prägt, zeigt stark wechselnde Verwitterungsgrade und Klüftigkeit, sodass klassische Bohrungen oft nur ein punktuelles Bild liefern. Wir setzen die elektrische Widerstandsmessung / VES (Vertikale Elektrische Sondierung) ein, um zwischen den Tälern von Ruhr und Muttenbach und den Höhenlagen am Ardeygebirge Schichtgrenzen, Hohlräume oder Grundwasserhorizonte zu kartieren. Gerade in der Nähe des ehemaligen Bergwerks „Franziska“ oder auf den Mergelhängen von Herbede brauchen wir ein Verfahren, das flächig Informationen liefert, ohne den Boden großflächig aufzureißen. Die Kombination aus Sondierungen mit der Schweren Rammsonde und der geoelektrischen Aufnahme erlaubt uns, die elektrische Charakteristik des Gebirges direkt mit mechanischen Kennwerten zu kalibrieren.
Der Vorteil der Widerstandsmessung liegt darin, dass wir auch in engen Altstadtbereichen – etwa am Johannisviertel – messen können, wo schweres Bohrgerät gar nicht hinkommt. Die Auswertung erfolgt mit Inversionssoftware, die Schichtmodelle mit spezifischen Widerständen in Ohm-Metern ausgibt. Von trockenen Sandsteinrippeln bis zu wasserführenden Klüften: das Verfahren differenziert verlässlich, was für Gründungsfragen am Hang oder die Planung von Versickerungsanlagen unabdingbar ist.
Vertikale Elektrische Sondierung in Witten: Bergbaufolgen, Klüfte und Karsterscheinungen im Ruhrtal geophysikalisch erfassen, bevor der Bagger rollt.
