Die Geologie des mittleren Ruhrtals stellt für jedes Bauvorhaben in Witten eine besondere Herausforderung dar. Tiefgründig verwitterte Tonschiefer und Sandsteine des Oberkarbons wechseln sich mit quartären Talablagerungen und anthropogenen Auffüllungen aus der über 150-jährigen Industriegeschichte ab. Diese Heterogenität verlangt nach einer präzisen Injektionsbemessung, die nicht nach Schema F abläuft. Wenn unterhalb des Ruhrsandsteins plötzlich klüftige Zonen aufbrechen oder alte Stollensysteme des ehemaligen Steinkohlenbergbaus angeschnitten werden, entscheidet die Qualität der vorausgehenden Planung über die Machbarkeit der Baumaßnahme. Ergänzend zur Erkundung des Baugrunds mit Schürfgruben lässt sich das tatsächliche Klüftungsbild erfassen, während eine parallele Korngrößenanalyse die Injizierbarkeit des Lockergesteins bestimmt. Nur so entsteht ein belastbares Injektionskonzept, das die lokalen Besonderheiten Wittens – von den Steilhängen in Herbede bis zu den Auenlehmen nahe der Ruhr – wirklich abbildet.
Im Ruhrgebiet entsteht kein homogenes Injektionsfeld von allein – erst die Kombination aus lokaler Baugrundkenntnis und rechnerischer Durchdringung macht den Erfolg messbar.
